Braunsdorf im Zschopautal

... ein Ortsteil der Gemeinde Niederwiesa stellt sich vor 

(ehemalige) Lehrpfade.

1995 wurden durch die Gemeinde Niederwiesa Lehrpfade angelegt um den Blick der Wanderer auf Besonderheiten am Wegesrand zu schärfen. Die Pfade decken sich teilweise mit den Strecken der bereits beschriebenen Routen, sollen aber dennoch hier nochmals im Detail erläutert werden.,

Heute sind die Schilder nirgends mehr zu finden. Überlegungen, die Wege durch eine neue Beschilderung erneut zu aktivieren, bleiben vorerst in der Schublade. Gedanken, dass die Wege zu kurz und in sich zu unspektakulär sind, sind nicht von der Hand zu weisen. All drei Wege folgen – mehr oder weniger – dem Zschopautal-Wanderweg. Die einzelnen „Lehrobjekte“ sind auch ohne Ausweisung als Lehrpfad zu erkennen und zu studieren. Einer Beschilderung der einzelnen Objekte mit Hinweistexten sollte gegenüber der Wegausschilderung Vorrang eingeräumt werden.

Lehrpfad der Technik

Beschilderung: Wasserrad, blau

Der Lehrpfad beginnt an der zu Flöha gehörenden Finkenmühle. Die seit 1722 nachgewiesene Getreidemühle, war später auch Holzschleiferei und ein Betrieb, der Autobatterien herstellte. Heute ist es eine Gaststätte. Gegenüber lag einst der Chemnitzer Floßplatz, bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hierher noch Holz geflößt. Der Pfad führt flussabwärts durch eine im ostdeutschen Sprachgebrauch sogenannte Datschensiedlung. Nach einigen hundert Metern liegt links das Braunsdorfer Wehr. Es hat schon am Ende des 15. Jahrhunderts gestanden, denn seitdem ist die Braunsdorfer Mühle überliefert und seitdem gab es wohl auch den Mühlgraben. Nach der Wende wurde das alte hölzerne Bockwehr grundlegend saniert und komplett aus Stein erreichtet. Weiter entlang dem Mühlgraben erreichen wir bald die Historische Schauweberei Braunsdorf. Als erstes stoßen wir rechts am Weg auf das alte Trockenhaus, welches im 19. Jahrhundert zum Trocknen der Garne diente; im Sommer trocknete man auf Terrassen, welche oberhalb am Waldhang noch zu erkennen sind. Etwa um 1800 entstand hier in Braunsdorf die Textilindustrie und konnte sich bis 1990 behaupten. Stoffe aus Braunsdorf waren einst in der ganzen Welt gefragt! Heute beherbergt sie mit der Cammann-Weberei noch einen in der Textilbranche produzierenden Betrieb und zudem eine Schauweberei. Wir gehen weiter am Mühlgraben entlang bis zur Webermühle, einer heute noch produzierenden Getreidemühle. Hier betreten wird übe die kleine Brücke den Mühlwerder und überqueren über die neue Holzbrücke die Zschopau. Sie war bis 1928 die einzige Verbindung nach Niederwiesa. Nun halten wir uns rechts und folgend der Zschopau, unterqueren die alte Eisenbahnbrücke und stoßen sodann auf die Oesterheltbrücke. Benannt nach dem damaligen Amtshauptmann (heute der Landrat) stellt sie seit 1928 die wichtige Verbindung zu Niederwiesa her. Von hier hat man einen schönen Blick auf das 24-bögige Braunsdorfer Viadukt, welches von der seit 1869 eröffneten Bahnstrecke Niederwiesa-Hainichen genutzt wird. Der Anblick schnaufender Dampflokomotiven ließ hier noch bis in die 1980er Jahre die Herzen aller Eisenbahnfreunde höher schlagen, aber auch bis in die Neuzeit wird die Strecke gerne auch für Traditionsfahrten genutzt.

Einzigartige Rarität: die Historische Schauweberei Braunsdorf

Eine besondere Augenweide: der 24bögige Viadukt

Die 1928 errichtete Oesterheltbrücke


 

Naturlehrpfad

Beschilderung: Laubbaum, grün

An der Oesterheltbrücke links der Zschopau flussabwärts führt nun der Naturlehrpfad entlang. Dieser Weg wurde bereits im Jahre 1957 durch die AG „Junge Naturforscher“ aus Niederwiesa angelegt. Verschiedenste Baumarten säumen den Weg entlang der Hofwiese bis zur Lichtenwalder Mühle. Dort am Hang finden wir sogar den Aronstab.


Historischer Lehrpfad 

Beschilderung: gekreuzte Schwerter, gelb

An der Lichtenwalder Mühle setzt sich der Lehrpfad als historischer Lehrpfad fort. Er verläuft von hier beidseits der Zschopau flussabwärts. Die Lichtenwalder Mühle wurde bereits im Jahre 1349 urkundlich erwähnt. Von hier aus wurden auch die Wasserspiele im gräflichen Park versorgt, deshalb trägt das kleine Fachwerkhaus an der „Huckelbrücke“ auch den Namen Kunstwärterhaus. Gegenüber steht heute der Harras-Stein, welche bereits im Jahre 1801 aufgestellt wurde. Dies allerdings einige hundert Meter weiter flussabwärts, genau gegenüber des Harrasfelsens. Dort stand auch einst die mächtige Harraseiche, in deren Schatten Theodor Körner die Eingebung zu seiner Ballade „Harras der kühne Springer“ hatte. Wer zum Harrasfelsen gelangen möchte überquert an der Mühle zunächst die Fünferbrücke, welche ihren Namen von dem einst verlangten Brückenzoll erhalten hat. Immer entlang der Zschopau erreicht man nach einer Weidewiese die Bahnunterführung. In ihr sind noch einige Hochwassermarken zu erkennen. Gleich links über den Bach geht es sodann die Stufen zum Haustein hinauf, der überall nur als Harrasfelsen bekannt ist. Der Sage nach sei Ritter Harras, verfolgt von Feinden, hier in die Fluten der Zschopau gesprungen, Das Ross ertrank, der Ritter rettete sich ans andere Ufer. Die Ballade Theodor Körners machte die Sage bekannt, sodass Frankenberger Bürger ihm zu Ehren das Körnerkreuz auf der 37 Meter hohen Plattform errichteten. Der Lehrpfad führt sodann wieder hinunter und erklimmt den gegenüberliegenden Waldhang. Hier oben beginnt die Harrasallee und führt am Braunsdorfer Wasserturm vorbei, welche ab 1910 die Wasserversorgung Braunsdorfs sicherte, indem ein Dieselmotor vom Waldbach her Wasser zum Turm pumpte.

Die moderne Fünferbrücke

Oben auf dem Harrasfelsen thron das Körnerkreuz.

Das Braunsdorfer Wahrzeichen: der Wasserturm.