Braunsdorf im Zschopautal

... ein Ortsteil der Gemeinde Niederwiesa stellt sich vor 

Braunsdorf stellt sich vor.

Braunsdorf, seit 1. Juli 1995 ein Ortsteil Niederwiesas, liegt im Westen des Landkreises Mittelsachsen im Bundesland Sachsen. Im Juni 2015 zählte es 619 Einwohner. Der Ort liegt südlich von Frankenberg auf 280 m über NN und umfasst 193 ha. Die Zschopau umschließt den Ort in einem Bogen an dessen Anfang und Ende sich je ein Wehr befindet. Am oberen Wehr ist seit etwa 1480 eine Mühle überliefert, welche heute als Webermühle bekannt ist und größter Arbeitgeber im Ort ist. Unweit von ihr siedelte sich schon ab etwa 1800 eine Spinnfabrik an, welche später zur Filzfabrik umgenutzt wurde und im Jahr 1910 von Martin Tannenhauer aufgekauft und als Möbelstoffweberei erfolgreich weitergeführt wurde. Braunsdorf leistete somit seinen Beitrag zur industriellen Revolution im 19. Jahrhundert!

Durch seine ideale Lage rückte Braunsdorf in den Fokus wohlhabender Städter, welche nunmehr ihren
Wohnsitz hinaus aus der Stadt ins Grüne verlegen wollten. Es entstand der Plan zum Bau einer Villenkolonie, der heutigen Harrasallee, nach dem ab 1910 erste Häuser und der Wasserturm, das Wahrzeichen des Ortes, entstanden.
 

Der Ort selbst wurde um 1330 als einreihiges Waldhufendorf als letzter Ort flussabwärts der Zschopau von der alten Schellenburg, der heute als Augustusburg bekannten Schlossanlage,  aus gegründet. Die frühste Braunsdorf erwähnende Urkunde kennen wir heute aus dem Jahr 1349, jedoch feierte man 1930, 1955 und 1980 runde Jubiläen, welche sich demnach immer auf 1330 bezogen. Ob man diese Jahrfeiern auf eine heute verlorene Urkunde stützte oder nur auf die Schätzung 1330 bezog ist nicht bekannt.

Ab 1864 reiften Pläne einer Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa in deren Folge im April 1868 der Durchbruch im Tunnel am Harrasfelsen gelang und zum 1. März 1869 die Bahnstrecke zunächst nach Hainichen eröffnet wurde. Überschattet wurde der Bahnbetrieb durch den schweren Eisenbahnunfall am 14. Dezember 1913 im Harrastunnel, bei dem sich Gesteinsmassen lösten, einen Zug unter sich begruben und mindestens 11 Tote und über 60 Verletzte forderten. Das Schicksal zahlreicher Strecken nach der politischen Wende 1990 blieb Braunsdorf erspart, als nach einer Betriebspause die Strecke Niederwiesa-Hainichen im Dezember 2004 von der Chemnitzer City-Bahn als Vorlaufstrecke für die Chemnitzer Stadtbahn wiedereröffnet wurde.

Braunsdorf war einst als Sommerfrische beliebt und auch heute spielt die Naherholung eine bedeutende Rolle. Unzählige strömen zu allen Jahreszeiten ins Braunsdorfer Zschopautal und nutzen die optimalen Bedingungen vor Ort. Zahlreiche Wandermöglichkeiten finden sich rund um den Ort, der Zschopautal-Wanderweg und der Zschopautalradweg verlaufen durch Braunsdorf. Überregional bekannt ist die Sprungsage über den Ritter Harras, sodass der eigentlich zu Frankenberg gehörige Harrasfelsen seit je her Braunsdorf zugeordnet wird und auch von hier aus am besten zu erreichen ist.

Tiefere Einblicke über die Geschichte, die Sehenswürdigkeiten und allerlei Interessantes über das Braunsdorfer Zschopautal erfahren Sie in weiteren Unterseiten dieses Internetangebotes.