Braunsdorf im Zschopautal

... ein Ortsteil der Gemeinde Niederwiesa stellt sich vor 

Harrasdenkmal.

Das Harrasdenkmal wurde 1801 im Zuge des Ausbaus den englisch inspirierten Landschaftsparks Lichtenwalde am gegenüberliegenden Ufer des Harrasfelsens errichtet. Anfang der 1980er Jahre fiel es dem Vandalismus heim und konnte erst 1994 wieder restauriert aufgestellt werden. Die Jahrhundertflut 2002 zerstörte es erneut; heute steht eine Kopie an der Lichtenwalder Mühle.

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Hier der aktuelle Text der Braunsdorfer Ortsgeschichtsschreibung:

Das Harrasdenkmal ließ der Majoratsherr von Lichtenwalde Friedrich II. August Graf Vitzthum von Eckstädt im Mai des Jahres 1801 „...auf der Mundwiese bey einer sehr alten Eiche, einem hohen Felsen, der Haustein genannt ...“ errichten, so berichtet der „Chemnitzer Anzeiger“.

Ob dies am 28. Mai und im Beisein des Prinzen Anton geschah, ist bloße Mutmaßung. In jenem Artikel ist lediglich zu lesen, dass Prinz Anton und Gemahlin in Lichtenwalde weilten und an jenem Tag die Stiftskirche Ebersdorf besuchten. Ob sie wegen der Einweihung des Denksteins anreisten oder aber zumindest bei der Einweihung zugegen waren ist bloße Spekulation.

Der Denkstein war stattliche 3,30 Meter hoch und trug neben dem Familienwappen derer von Harras und Insignien der Flucht, wie Hufeisen und Stiefelsporen, die Inschriften „Ritter von Harras“ und „Dem kühnen Springer“. Er bestand wohl aus Hilbersdorfer Porphyr und vermutlich nicht, wie verschieden geschrieben steht, aus Sandstein und wurde gestaltet in der Form einer spätgotischen Fiale mit Karniesen als Verzierung. 1878 wurde er bereits als verwittert beschrieben, nur Spuren des Hufeisens seien zu erkennen gewesen. Arno Rossberg schreibt sogar, dass früher ein silbernes Hufeisen den Stein geschmückt haben soll. Ende Mai 1981 wurde die Stele von Randalierern umgestoßen und die Uferböschung hinabgerollt.

Heimatfreunde aus Ortelsdorf und Lichtenwalde sowie die Feuerwehr  bargen das Denkmal zwei Jahre später. Ein 1985 beauftragter Steinmetz stellte 1989 nur den unteren Teil fertig und übergab den Rest unfertig. Im Herbst 1990 ging der Auftrag zur Fertig- und Aufstellung an die Dresdner Steinmetzwerkstatt Hempel. Nachdem Ostern 1991 der untere Teil nochmals demoliert wurde, wurde am 29. April 1994 das rekonstruierte Denkmal, nunmehr aus deutlich mehr rot zeigendem Rochlitzer Porphyr, wieder zusammengesetzt. Im Oktober stand es - finanziert von der Gemeinde Niederwiesa und dem Freistaat Sachsen - wieder am angestammten Platz.

Beim Jahrhunderthochwasser im August 2002 wurde die Stele von den Fluten mitgerissen und zerbrach erneut. Die geborgenen Einzelteile wurden von Unbekannten zur Feuerstelle umfunktioniert. Im April 2004 beschloss der Gemeinderat, den Harras-Stein an der „Huckelbrücke“ an der Lichtenwalder Mühle wiederzuerrichten. Durch den einsehbaren Standort will man erneuten Beschädigungen vorbeugen. Den Zuschlag erhielt die Niederwiesaer Firma Bau-Berger für 47.000 Euro, welche voll aus dem Hochwasserfond beglichen wurden. Im Sommer 2004 erstrahlte dann das neu errichtete Denkmal neben einer Informationstafel in altem Glanz.